Veranstaltungsreicher Herbst in Wagna

Brassimo spielt wieder in Wagna auf

Unter dem Motto „Nicht ganz ohne“ dürfen sich die Besucherinnen und Besucher am Donnerstag, dem 15. Oktober auf einen unterhaltsamen Konzertabend im Josef-Baumann-Saal freuen, bei dem Musik und Moderation zu einem stimmigen Gesamtpaket verschmelzen.

Brassimo steht für weit mehr als klassischen Blechbläserklang: Das südsteirische Ensemble verbindet musikalischen Hochgenuss mit pointierter Moderation, charmantem Humor und einem abwechslungsreichen Repertoire. Von Klassik über Popularmusik bis hin zur traditionellen Blasmusik reicht die musikalische Bandbreite – mit eigens abgestimmten Arrangements und bekannten Melodien, die beim Publikum für Wiedererkennung sorgen.

 

„Stark“: Sonja Pikart

Einen kabarettistischen Blick auf Stärke, Schwäche und den Drang nach immer mehr erhält man im Oktober, wenn der Josef-Baumann-Saal wieder zur Kabarettbühne wird.

Was bedeutet es eigentlich, stark zu sein? Muss immer alles größer, schneller und außergewöhnlicher werden? Und warum scheint es in einer Welt voller Superlative nicht nur für Orte und Attraktionen, sondern auch für den Menschen selbst ständig darum zu gehen, über sich hinauszuwachsen? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigt sich Sonja Pikart in ihrem neuen Kabarettprogramm „Stark“, mit dem sie am Donnerstag, 22. Oktober 2026, um 19:30 Uhr im Josef-Baumann-Saal zu Gast ist. 

Ausgangspunkt des Programms ist eine Gesellschaft, die scheinbar überall nach neuen Gipfeln sucht. Der höchste Schaukelstuhl der Welt, die größte begehbare Weinflasche der Südsteiermark oder die schnellste Sommerrodelbahn diesseits der Donau – Superlative begegnen uns an allen Ecken und Enden. Doch Sonja Pikart richtet den Blick dahinter: Wenn alles und jeder in Gewinner und Verlierer eingeteilt wird und Stärke zum Selbstzweck wird, kann der vermeintliche Gipfel dann nicht genauso gut ein Tiefpunkt sein?

Mit ihrem scharfen Blick für gesellschaftliche Widersprüche beobachtet Pikart „starke“ Männer und ihren Machthunger ebenso wie High-Performer, die unermüdlich an sich selbst arbeiten. Gleichzeitig sucht sie dort nach Schönheit, wo sie auf den ersten Blick vielleicht niemand vermutet: in Momenten der Schwäche und in der besonderen Bedeutung von Freundschaften. Und wenn einem ausgerechnet im schwächsten Moment des Lebens zugerufen wird, wie stark man doch sei, kann daraus sogar die Idee entstehen, sich selbst als Actionfigur neu zu erfinden. „Stark“ ist ein Programm über Heldinnen und Helden – und über jene, die es nie waren.

Sonja Pikart verbindet in ihrem Kabarett scharfsinnige Beobachtungen mit vielschichtigem Humor und großer schauspielerischer Präsenz. 2009 kam sie aus Deutschland nach Österreich, um am Konservatorium der Stadt Wien Schauspiel zu studieren. Nach ihrem Abschluss und ersten Theaterengagements wandte sie sich zunehmend dem Kabarett zu und feierte 2015 mit „Gluten Abend!“ ihr Solodebüt. Es folgten unter anderem „Metamorphose“, „Ein Spatz, ein Wunsch, ein Volksaufstand“ und „Halb Mensch“. Für ihre Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Österreichischen Kabarettpreis 2019 in der Kategorie Förderpreis und 2024 mit dessen Hauptpreis. 2026 erhielt sie außerdem den renommierten Salzburger Stier.

Mit „Stark“, das erst im September 2026 Premiere feierte, bringt Sonja Pikart nun ihr neuestes Soloprogramm auf die Bühne. Das Publikum im Josef-Baumann-Saal darf sich somit auf einen ebenso klugen wie unterhaltsamen Kabarettabend freuen, der den gesellschaftlichen Drang nach Stärke und Selbstoptimierung mit Humor hinterfragt.

 

Ein Ort der Erinnerung: Aflenz Memorial

Am Sonntag, 18. Oktober, wird das neue Aflenz Memorial eröffnet. Dort, wo sich während des Zweiten Weltkriegs ein Außenlager des Konzentrationslagers Mauthausen befand, ist in den vergangenen Monaten ein besonderer Ort des Erinnerns entstanden.

Wer heute über das Gelände in Aflenz blickt, kann kaum erahnen, was hier vor mehr als 80 Jahren geschehen ist. Von Baracken, Wachtürmen und Zäunen ist nichts mehr zu sehen. Mit dem Aflenz Memorial, das am 18. Oktober eröffnet wird, bekommt dieser geschichtsträchtige Ort nun wieder ein sichtbares Zeichen der Erinnerung.

Das Memorial wurde nach einem künstlerischen Konzept von Milica Tomić gestaltet. Statt das ehemalige Konzentrationslager nachzubauen, zeichnet ein neues Wegesystem dessen frühere Grenzen nach. Auch der Appellplatz und der Standort einer Baracke werden sichtbar gemacht. Eine besondere Rolle spielt zudem die Bepflanzung: Pflanzen, deren Spuren bei Bodenuntersuchungen gefunden wurden, sollen hier wieder wachsen. So wird auch die Landschaft selbst Teil der Erinnerung.

Ein Fund mit Geschichte

Wie viel Vergangenheit noch im Boden steckt, zeigte ein besonderer Fund: Am ehemaligen Appellplatz wurde eine Häftlingsmarke mit der Nummer 38882 entdeckt. Sie gehörte Albin G., der 1910 im heutigen Polen geboren wurde. Über Auschwitz und Mauthausen kam er 1944 nach Aflenz, wo er in den unterirdischen Stollen Schwerstarbeit leisten musste. Nach bisherigen Erkenntnissen überlebte er die Konzentrationslager.

Das KZ-Außenlager Leibnitz/Aflenz wurde 1944 errichtet. Mehr als 900 Menschen waren hier interniert und mussten unter schwersten Bedingungen die Stollen für die Rüstungsproduktion ausbauen. Mindestens 81 Tote sind namentlich bekannt. Am 2. April 1945 wurde das Lager aufgelöst und 467 Gefangene auf einen Gewaltmarsch Richtung Ebensee geschickt. Das neue Memorial soll künftig auch ein Ort des Lernens sein. Führungen, Informationstafeln, QR-Codes und ein barrierefreier Audioguide vermitteln die Geschichte des Ortes. Die Erinnerungsarbeit hat in Wagna lange Tradition: Besonders der Zeitzeuge und spätere Bürgermeister Franz Trampusch setzte sich dafür ein, die Geschichte des Lagers nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Deswegen freuen wir uns, dass mit dem Aflenz Memorial ein weiterer Ort entsteht, der Vergangenheit sichtbar macht und dazu beiträgt, ihre Geschichte an kommende Generationen weiterzugeben.

 

Am 26. Oktober: Wir wandern wieder gemeinsam!

Am Nationalfeiertag ist es wieder so weit: Bürgermeister Peter Stradner lädt zur gemeinsamen Wanderung durch unsere Gemeinde.

Unter dem Motto „Gemeinschaft bewegt“ lädt Bürgermeister Peter Stradner auch heuer wieder alle Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürger zu einer gemeinsamen Wanderung ein. Ziel ist es, die schöne Marktgemeinde Wagna in Bewegung und Begegnung zu erleben. Gestartet wird um 10 Uhr am Franz-Trampusch-Platz. Von dort führt die Route quer durch die Gemeinde. Entlang des Weges sorgt eine Labestation für die nötige Stärkung, bevor es schließlich zur Mehrzweckhalle geht. Dort klingt der Tag bei Speis und Trank in geselliger Runde aus. Besonderer Anreiz für die jüngsten Teilnehmer: Die Schulkinder der Volksschule Wagna dürfen sich wieder über Gutscheine für spannende Ausflüge freuen. Die Marktgemeinde Wagna freut sich auf viele Wanderlustige, die diesen Tag der Bewegung und Gemeinschaft miterleben möchten.

 

„Putin, Trump und die Rückkehr der Machtpolitik“

Mit Cathrin Kahlweit ist am 3. November eine ausgewiesene Kennerin der internationalen Politik zu Gast in Wagna.

Cathrin Kahlweit ist Journalistin und langjährige Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung mit Schwerpunkt auf Mittel- und Osteuropa. Neben ihrer jahrzehntelangen journalistischen Arbeit ist sie auch als Autorin und gefragte Vortragende aktiv. Zudem kuratiert sie hochkarätige Veranstaltungsreihen am Wiener Burgtheater und am Münchner Residenztheater.

Am 3. November um 19 Uhr ist Cathrin Kahlweit in der Lagerbaracke Wagna zu Gast. Unter dem Titel „Putin, Trump und die Rückkehr der Machtpolitik“ spricht sie über die aktuellen geopolitischen Entwicklungen, den Wandel internationaler Machtverhältnisse und die politischen Herausforderungen unserer Zeit. Dass der Abend am Tag der amerikanischen Midtermwahlen stattfindet, verleiht dem Thema zusätzliche Aktualität.

Im Anschluss an den Vortrag folgt eine Diskussion mit Bürgermeister Peter Stradner, der durch den Abend führt. Auch das Publikum ist herzlich eingeladen, Fragen zu stellen, eigene Gedanken einzubringen und sich an der Diskussion zu beteiligen.

 

„Schatzkiste“: Gregor Seberg

Ein Best-of voller Geschichten, Figuren und Improvisation findet in Wagna seine Bühne, wenn Gregor Seberg am 20. November im Josef-Baumann-Saal sein aktuelles Programm zum Besten gibt.

Wenn Gregor Seberg seine „Schatzkiste“ öffnet, kommt darin so einiges zum Vorschein: liebgewonnene Figuren, persönliche Geschichten, schräge Beobachtungen und jede Menge Raum für spontane Einfälle. Am Freitag, 20. November 2026, um 19:30 Uhr ist der bekannte Schauspieler und Kabarettist mit seinem Best-of-Programm im Josef-Baumann-Saal zu Gast.

Nach fünf Kabarett-Soloprogrammen hat Gregor Seberg für „Schatzkiste“ einige seiner persönlichen Bühnen-Fundstücke zusammengetragen. Mit dabei ist unter anderem Gérard, der als Franzose selbstverständlich über die Liebe zu sprechen weiß. Seberg nimmt sein Publikum außerdem mit in sein jeweiliges Lieblingsbundesland – das sich durchaus von Tag zu Tag ändern kann –, erinnert sich an seinen ersten Kuss und lässt auch den Tierforscher in sich zu Wort kommen. Eine besondere Rolle spielt dabei sein Glückstier, der Honigdachs, dem bereits eines seiner früheren Programme gewidmet war.

Eine klassische Rückschau auf vergangene Programme ist „Schatzkiste“ allerdings nicht. Denn Gregor Seberg wäre nicht Gregor Seberg, wenn an jedem Abend alles exakt nach Plan verlaufen würde. Immer wieder wird Neues aufgegriffen, auseinandergenommen, neu zusammengesetzt und aus einer anderen Perspektive betrachtet. Vor allem die Improvisation und das Spiel mit dem Publikum sorgen dafür, dass kein Abend dem anderen vollkommen gleicht. Gerade diese Spontaneität gehört seit vielen Jahren zu den besonderen Stärken des Kabarettisten.

Gregor Seberg wurde 1967 in Graz geboren und studierte zunächst einige Semester Germanistik und Theaterwissenschaften, bevor er eine Schauspielausbildung am Konservatorium der Stadt Wien absolvierte. Seit Ende der 1980er-Jahre arbeitet er als Schauspieler, Regisseur und Autor. Einem breiten Fernsehpublikum wurde er vor allem durch seine Rolle als Oberstleutnant Helmuth Nowak in der ORF/ZDF-Serie „SOKO Donau/Wien“ bekannt, in der er von 2006 bis 2017 zu sehen war. Seine komödiantische Seite zeigte er darüber hinaus unter anderem in Produktionen wie „Schlawiner“ und „Bösterreich“ sowie in den Kinofilmen „Pulled Pork“ und „Rehragout Rendezvous“. Seit 2005 steht Seberg auch als Kabarettist auf der Bühne. Auf Programme wie „Was Frauen wirklich wollen!“, „Oh, du mein Österreich?!“, „Hast Angst, Mayer?“, „Honigdachs“ und „Wunderboi“ folgte schließlich sein Best-of „Schatzkiste“.

Mit „Schatzkiste“ erwartet das Publikum im Josef-Baumann-Saal somit ein Abend, der bekannte Höhepunkte aus Gregor Sebergs Kabarettschaffen mit neuen, spontanen Momenten verbindet – und bei dem man nie ganz genau wissen kann, welchen Schatz der Kabarettist als Nächstes hervorholt.

 

Robert Misik: „Erziehung zur Grausamkeit“

Ein hochaktuelles gesellschaftspolitisches Thema steht am 1. Dezember in der Lagerbaracke Wagna im Mittelpunkt.

Der bekannte Autor und Journalist Robert Misik ist in der Lagerbaracke zu Gast und spricht über sein aktuelles Buch „Erziehung zur Grausamkeit. Die Massenpsychologie des Neuen Faschismus“. Darin beschäftigt sich Misik mit der Frage, wie Menschen durch Propaganda, Hetze und die gezielte Verstärkung von Wut und Ängsten beeinflusst werden können. Er untersucht, warum autoritäre und radikale politische Strömungen gerade in unserer Zeit wieder an Zustimmung gewinnen und was mit Menschen geschieht, wenn sie zunehmend in die Fänge von Propaganda geraten.

Robert Misik lebt in Wien und arbeitet als Buchautor, Journalist, Kurator und Theaterdramaturg. In Wagna wird er seine Erkenntnisse im Gespräch mit Bürgermeister Peter Stradner erläutern. Im zweiten Teil des Abends ist auch das Publikum eingeladen, Fragen zu stellen und sich an der gemeinsamen Diskussion zu beteiligen.

 

Tickets für diverse Veranstaltungen sind im Marktgemeindeamt Wagna, online unter wagna.fairticket.at und www.oeticket.com sowie in allen Ö-Ticket-Vorverkaufsstellen erhältlich. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!