Endspurt im Pfarrgemeinderat Wagna: „In unserer Pfarre ist immer etwas los“

Der Pfarrgemeinderat (PGR) der Pfarre Wagna blickt auf mehr als zwei Drittel seiner Amtszeit zurück. Seit 2022 gestalten 15 engagierte Mitglieder – mit ganz unterschiedlichen Charakteren und Fähigkeiten – gemeinsam mit dem Pfarrer das Pfarrleben. Wir haben mit Ralph Vekonj, dem geschäftsführenden Vorsitzenden des PGR, über Erfolge, Herausforderungen und den Blick nach vorn gesprochen.

Welche Erfolge der letzten Jahre machen Sie besonders stolz?

„Wir sind motiviert gestartet mit dem Ziel, das Pfarrleben sichtbar zu machen und einen echten Mehrwert für die Menschen vor Ort zu bieten. Vieles ist uns gelungen: Die Pfarre Wagna ist über die Pfarrgrenzen hinaus als „Kinderpfarre“ bekannt. Das verdanken wir unserer starken Jungschar mit großer Kinderanzahl und regelmäßigen Treffen – die Kinder kommen wirklich gerne zu uns. Auch der monatliche Familiengottesdienst wird sehr gut besucht. Unser Slogan ‚In der Pfarre Wagna ist immer etwas los‘ ist absolut gerechtfertigt.“

 

Welche Gruppen und Aktivitäten tragen besonders zur lebendigen Gemeinschaft bei?

„Wir haben viele aktive Pfarrgruppen: die Seniorengruppe führt unter anderem beliebte Ausflüge durch, unser Kirchenchor ist sehr aktiv, die kreative Handarbeitsgruppe trifft sich regelmäßig, die Pfarrinfo-Gruppe versendet wöchentlich per WhatsApp Infos zum kirchlichen Leben und betreut die sozialen Medien. Dazu kommt eine fantastische Ministrantengruppe mit sehr vielen Kindern. Besonders fröhlich und beliebt ist unser Pfarrbingo – ein lustiges, regelmäßiges Zusammentreffen im Pfarrsaal, bei dem Jung und Alt zusammen lachen. Ebenso begeistert das offene Singen, zu dem sich viele Teilnehmer mit großer Begeisterung regelmäßig im Pfarrsaal treffen. Die kirchlichen Feste und Gottesdienste sind verhältnismäßig gut besucht – das zeigt, dass wir gemeinsam viel bewegen.“

 

Welche Aufgaben übernimmt der Pfarrgemeinderat neben der Gestaltung des pfarrlichen Gemeindelebens?

„Der Pfarrgemeinderat trägt Mitverantwortung mit dem Pfarrer für das pfarrliche Leben in der Gemeinde. Gemeinsam mit dem Wirtschaftsrat verwalten und erhalten wir unsere Kirche und die gesamten Liegenschaften Die kirchlichen Feste und Gottesdienste profitieren davon, dass wir als Team Verantwortung übernehmen.“

 

Welche Herausforderung beschäftigt Sie derzeit am meisten?

„Die Pflege und Erhaltung der Kirche stellt uns vor eine große Herausforderung. Unaufschiebbare Sanierungen sind notwendig, jedoch lässt es unsere wirtschaftliche Situation nicht zu, diese zu stemmen. Unterstützungen seitens der Diözese und Eigenmittel sind kaum vorhanden bzw. reichen dafür nicht aus. Es ist den treuen Helferinnen und Helfern auf Dauer nicht mehr zumutbar, die gesamte Pflege und Instandhaltung allein zu schultern. Wir sind ihnen unendlich dankbar – und genau aus diesem Grund brauchen wir eine tragfähige, dauerhafte Lösung für Sanierung, laufende Pflege und Instandhaltung des gesamten Kirchenareals. Deshalb haben wir gemeinsam mit der Marktgemeinde Wagna eine Idee samt Lösung entwickelt: Ein Begegnungszentrum im Herzen von Wagna zu schaffen, in dem unsere Pfarrkirche eine zentrale Rolle einnimmt und somit echten Mehrwert für uns und für die gesamte Bevölkerung bietet. Die Gemeinde plante, nach vorheriger vertraglicher Einigung mit Diözese und Pfarre, finanzielle Mittel in die Hand zu nehmen. Hier wäre bestimmt ein gemeinsamer Konsens, passend für beide Seiten, gefunden worden. Die ausgestreckte Hand – mit der finalen Aussage des Bürgermeisters: ‚Lasst es uns gemeinsam angehen, legen wir los!‘ – wurde leider nicht angenommen. Der Plan fand im Wirtschafts- und Pfarrgemeinderat nicht die notwendige Mehrheit. Auch der Diözese fehlte es für mein Empfinden deutlich an Elan, etwas zu bewegen. Die hierfür erforderliche Entscheidungsfreudigkeit und der Mut zur Veränderung ist in unseren Reihen bis Dato nicht ausreichend gewachsen. Persönlich finde ich es sehr schade, dass wir nicht in der Lage waren, Ängste, Eigeninteressen und persönliche Befindlichkeiten einem übergeordneten Ziel unterzuordnen,  um Entwicklung zuzulassen.“

 

Wie blicken Sie in die verbleibende Amtszeit und in die Zukunft der Pfarre Wagna?

Unser aller Ziel ist es, „die Kirche im Dorf zu lassen“. Wir festigen und entwickeln unsere Aufgabe uneigennützig, ohne große Bühne und ohne Lobhascherei. Wir wollen mit offenen Augen, Ohren und Herzen ehrlich auf die Pfarrbevölkerung zugehen und für sie da sein. Wir arbeiten daran, ein Gespür dafür zu entwickeln, was sie bewegt und wie wir unterstützen können – gerade in Zeiten, in denen Pfarren zusammengelegt, Pfarrhäuser verkauft oder umgewidmet werden und der Stellenwert der Kirche im Leben vieler Menschen zusehends sinkt. Hierfür werden wir Kraft benötigen, um uns auf die Kernaufgaben fokussieren zu können. Seelsorge liegt nicht allein in der Verantwortung des Pfarrers oder des Diakons, sondern ist die Aufgabe jedes Einzelnen von uns – angefangen von der Pfarrsekretärin bis hin zur helfenden Hand beim Mähen des Pfarrrasens.

Veränderung braucht Kraft, Mut und Willen sowie ein Team, das gemeinsam an einem Strang zieht. Ich sehe der Zukunft unserer Pfarre dennoch positiv entgegen. Unser aktuelles Team ist noch bis 2027 im Amt, und ich freue mich, dass es auch nach uns wieder engagierte Personen gibt, die ehrenamtlich das Pfarrleben in Wagna auf ihre Art und Weise erhalten, gestalten, vorantreiben und sichtbar machen werden. Wir haben in Wagna eine tolle und lebendige Pfarre – trotz großer Herausforderungen.“